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Fest der Menschlichkeit

Gepostet am 6. Dezember 2015 um 20:15 Comments Kommentare (5783)

Ein liebenswürdiger und geschätzter Kollege hat diesen "Aufmacher" erfunden, Michael Rath, er stammt nicht aus meinem Gehirn, scheint mir aber, worüber ich im Folgenden berichten möchte, äußerst passend:

Eine ältere Dame, keine Hochaltrige, aber eine Seniorin, mit signifikant ausgeprägter Ängstlichkeit und von ihr selbst massiv angefeindeter und abgelehnter psychiatrischer Diagnose, paranoid zu sein, muss sich an beiden Augen einer Star-OP unterziehen.

Zwei Voruntersuchungstermine im Spital/ Krankenhaus führen zu der Einschätzung bei untersuchenden Ärzten, die Operation sei ausschließlich in Vollnarkose durchzuführen. Frau X. bildet sich ihren eigenen Willen und ich schließe mich als Gerontologe und jemand, der sich für die Inklusion von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen einsetzt an: Sie will nur ein Auge zuerst operiert haben, und mit Lokalanästhesie.

Gemeinsam beschließen wir diesen Wunsch zu vertreten, andernfalls unser Glück "mit Null beginnend" in einem anderen Spital zu versuchen...

Ich bringe das Anliegen telefonisch ein und finde unter den administrativen KundenbetreuerInnen der Ambulanz eine Person, die sich freiwillig für das Anliegen zuständig macht und persönlich dran bleibt und mir persönlich Ansprechpartnerin bleibt; dies überrascht mich positiv und ist sehr erfreulich.

Nach einigen Telefonaten erhalten wir einen Untersuchungstermin, auch um dieses Anliegen vor einer ÄrztIn vorbringen zu können.

Die nächste positive Überraschung zeigt sich bei nämlicher Untersuchung im Spital:

Wir werden auf die stationäre Aufnahme zur Untersuchung geschickt: dort gibt es eine stellvertretende Stationsschwester, welche die "Voranamnese mit Frau X. durchführt (auch weil keine Ärztin gerade Zeit hat/ oder war das nur ein Vorwand?) vielleicht rückblickend ein Glück, denn irgendwie schließen die beiden Frauen einander ins Herz - um nicht zu übertreiben wenigstens können die beiden miteinander schnell...in Ermangelung eines Arztes der Zeit hat/ einer ÄrztIn  werden wir doch auf die Ambulanz geschickt.

Auf die Rückseite eines "Zetterls", das auf die Formulare die Frau X. zur Untersuchung mitbekommt, schreibt die stv Stationschwester eine "Geheimbotschaft": soweit ich mitbekomme steht darauf, dass Frau X. in Zusammenhang mit einer Narkose "Vergewaltigungsängste" habe... - eine Frau zu Frau Botschaft

Nach langem Warten wird Frau X. dort ausführlicher von einer weiblichen Ärztin von der Station untersucht. Wie es das Glück oder der Plan will wird Frau X. von einer jungen Ärztin untersucht welche - obwohl während der Untersuchung eine Vertreterin der „nur-unter-Narkose-weil unzurechnungsfähig-Partei“ ins Untersuchungszimmer tritt mit dem Einwand, der Dr. ..... habe bereits entschieden, dass in diesem "Fall" nur mit Narkose zu operieren sei - sich rasch entschließt, dem Anliegen von Frau X. in Lokalanästhesie operiert zu werden stattzugeben!!! Irgendwie kann ich es noch heute kaum glauben.

Nun nehmen die Dinge "ihren Lauf": Frau X. wird von einem jungen Arzt untersucht und für die OP instruiert. Dieser ist anfänglich recht barsch - nach einem kurzen Wortwechsel zwischen ihm und mir diesbzgl. wird er freundlicher und freundlicher und untersucht und instruiert Frau X. mit großer Wertschätzung und auf Augenhöhe...

Nach nochmaliger Ermutigung und Beruhigung im zweiten Gespräch durch die Stv Stationschw für Frau X. verlassen wir hochzufrieden das Spital.

Einige Tage später folgt der große Tag der ersten OP: vor Acht Uhr finden wir uns im Spital ein: zweimal heißt es für Frau G. und mich sehr lange warten an jenem Tag. Das ist für uns beide zwar recht anstrengend - wir sind von 07:45 bis 14h auf diese Art im Spital und hätten noch länger gewartet nach der OP wenn ich mir nicht die ausnahmsweise Erlaubnis geholt hätte auch ohne Entlassungsbrief Frau X. entführen zu dürfen, da Sie morgen ohnehin nochmal kommt zur Nachuntersuchung.

Eine weitere tragende Rolle aus meiner Sicht bei diesem "Fest der Menschlichkeit" hat der Krankenträger der Frau X. zur OP bringt und wieder auf die Station bringt nach der OP. Wieder kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier vielleicht die Stv Frau Stationsschwester Regie führt: Ist es denn Standard, dass der Krankenträger mit im OP-Saal bleibt und die Klientin wieder persönlich zurückbringt. Als Standard klingt das fast zu schön um wahr zu sein. Auch er war stets liebenswürdig und wertschätzend und freundlich, sowie höchst geduldig mit Frau X., die ganze Zeit über.

 

Bei den - aus meiner Sicht - RegisseurInnen von diesem Fest der Menschlichkeit haben wir uns mit DM-Gutscheinen im Wert von je € 15 bedankt. Es was mir innerlich nicht möglich Bonbonnieren zu schenken, wie man es aus dem Sachwalterbüro vorgeschlagen hat, aber das ist ca. der Wert einer größeren Bonboniere bei Aida... irgendwie auch ungerecht, weil zwei Hauptrollen auf dieser Ebene unbedankt blieben, der Ärztin habe ich allerdings mündlich nach der OP rückgemeldet und gedankt.

 

die Moral der Geschicht´ (dreierlei von vielen Möglichen Aspekten):

a) für psychisch Kranke Menschensind Erfolgserlebnisse besonders wertvoll und potentiell Heilung bringend, dies war definiv eines für Frau X.

b) möglich, dass es im Spital Vorbildwirkung entfaltet, wenn ein Mensch mit psychischer Beeinträchtigung solches Vorvertrauen erhält und dieses auch vollstens rechtfertigt. (was vielleicht das unangebrachte Vorurteil entkräften hilft, psychisch kranke Menschen seien unberechenbar. Das sind Sie keineswegs; sie sind partiell in ihrer Lebensbewältigung beeinträchtigt, weil "anders". Sie sind aber berechenbar darin, was ihnen schwerfällt und wo Sie aber auch im Gegensatz dazu genauso wie "Normale" ganz normal oder sogar besser "funktionieren" als "Normale".

c) der Kapitalismus ist durchwegs zweigesichtig / Janusköpfig: Sozialstaat in den entwickelten Weltregionen wird finanziert mit Ausbeutung in anderen Weltregionen. Als Minimodell mag dafür auch die 24-Stundebetreuung als Beispiel gelten - mit allen ihren Für und Wider. Jetzt zum Punkt: Die zweckrationale, den einzelnen "versachlichenden" Dynamik des Kapitalismus tendiert auch dazu, über die Bedürfnisse / Eigenheiten und die Menschwürde des Individuums "drüberzuwalzen" wenn es in die Mühle des Spitals- und Pflegeheimbetriebs gerät. Wie schön wenn es eine Art "Guerillatruppe der Menschlichkeit" innerhalb des Spitalsorganismus gibt, die entgegen der Zweckrationalität, bei der das System zweckrationelle Effizienz über die Würde der einzelnen Patientin stellt negiert bzw. sogar aktiv zuwiderhandelt. Das freut mich und rührt mich: kaum wage ich zu hoffen dieses Beispiel könnte Schule machen, ich lasse mich gern darin positiv überraschen: Vorerst ist es für mich ein berührendes Moment von menschlicher Freiheit im positiven und sozialer Intelligenz von der Art wie es all überall an dunklen Orten und Zeiten aufblitzt. Sozusagen die Schindlers und Wallenbergs der Zivilgesellschaft und von heute...

 

 

anders als "Normalbürgerin" - dennoch gleichberechtigt im Gesundheitssystem?

Gepostet am 24. November 2015 um 18:20 Comments Kommentare (3590)

Diese KlientIn, Frau G. ist sehr furchtsam. Sie lebt in einer Einrichtung des Wiener Hilfswerks für Frauen. Sie ist keine geriatrische KlientIn sondern eine "jüngere Ältere".... Nun müßte und will sie sie sich aber einer Staroperation unterziehen. Mein Auftrag ist sie bei Voruntersuchungen, bei der Entscheidungsfindung und bei der Durchführung der OP zu begleiten und zu unterstützen, kurz bei allen Angelegenheiten, die die Kommunikation mit ÄrztInnen, Gesundheitspersonal und Spitälern in dieser Angelegenheit betreffen. Und die Behauptung der eigenen Wünsche in Spitälern und anderen großen Einrichtungen im Gesundheitssystem ohnehin nicht einfach ist auch für „NormalbürgerInnen2 – aus meiner persönlichen Sicht und Erfahrung. Da sie sonst auch ein recht großes Mitteilungs- und Austauschbedürfnis hat, bin ich mitunter auch Ansprechperson in anderen Angelegenheiten. Ein weiteres Problem von Frau G. ist eine geringe Frustrationstoleranz, was dazu führt, dass Frau G. ganz rasch mit "Schuldigen" für Rückschläge, Misserfolge, Missgeschicke bei der Hand ist. Selbstverständlich versuche ich NICHT Ihr die "schützenden Feindbilder" zu nehmen, jedoch Sie in möglichst wertschätzender Weise dahingehend zu unterstützen, dass Sie möglichst Erfolgserlebnisse in Ihrem Leben erlebt, möglichst ohne Ihr dabei mehr abzunehmen als unbedingt nötig ist. Erwartungsgemäß geht hier alle Entwicklung sehr langsam vonstatten...

interessens- und fähigkeitenzentrierte Beschäftigung bei fortgeschrittener Demenz

Gepostet am 21. November 2015 um 17:15 Comments Kommentare (2900)

Frau P. war von Beruf Volksschullehrerin und -direktorin. Ihre Interessen sind besonders spiritueller Natur und die Liebe zu Kindern. Ihre Demenz ist fortgeschritten, ihr sprachlicher Ausdruck ist eingschränkt, auch ihre motorischen Fähigkeiten, allerdings hat sie noch Freude am Musikhören und sie kann noch Fotos ansehen. Besonders wichtig, noch etwas geben zu können. So ist sie auch sehr gastfreundlich. Besonders wichtig ist mir in diesem Fall, sie zwar zu fordern aber auch stetst einzuladen selbst zu entscheiden und darauf zu achten sich selbst nicht zu überfordern! Die Vetrauensbasis ist bereits ziemlich gut. Mitunter genießt sie auch den Körperkontakt (Hände halten, wenn sie müde ist, ihren Kopf in meine Arme zum Aurasten legen). Selbstverständlich ist hier die wiederholt und laufend einzuholende Zustimmung Frau B.s wichtig!

im 1. Stadium einer Demenzerkrankung, orientiert aber unglücklich - stärkende, stabilisierende Begleitung

Gepostet am 21. November 2015 um 17:10 Comments Kommentare (3522)

Frau L. ist schon weit über 90 und verwitwet. Sie lebt seit langem schon im PWH ihrer Wahl. jetzt schon seit längerem alleine. Im letzten Jahr begann Sie sich verfolgt und benachteiligt zu fühlen durch Mitarbeterin des Hauses sowie nicht ernst genommen mit ihren erfahrungen durch MitbewohnerInnen. Öfter schon hatte sie die Polizei alarmiert und Konflikte mit der hausleitung gehabt. Sie vereinsamte und fühlte sich allein mit Ihrem Schmerz und Ihrer Wut. An diesem Punkt wurde ich (herzenswuensche-Betreuung) eingeschaltet. Frau L. erzäht sehr gerne aus Ihrem Leben so haben wir begonnen ein Biographiebuch für Ihre Urenkelin zu schreiben. bewegung war immer eine Ihrer größten Freuden und Kinder. So haben wir bald begonnen gemeinsam - wieder hinauszugehen. Besonders wichtig bei all dem und allem weiteren ist, dass frau L. stets diejenige ist die entscheidet. Selbstverständlich nehme ich mir manchmal die Freiheit Vorschläge zu machen in Form von Fragen. Die Umgehensweise auf die Frau L. gut anspricht ist wie folgt: Die Anschuldigungen alle Art als Ihre Möglichkeit über Ihre verluste und Ängste in Form von "extzernalisierungen" anzunehmen, keinerlei direkten Widerstand zu üben dagegen sondern bloß Ihre darin verpackten gefühle und Bedürfnisse für Sie als Ich-Botschaften zu formulieren - in aller Vorsicht. Siehe da Sie kann es besser und besser annehmen und wiederholt diese Vorschläge häufig bestätigend. Es hat den Anschein dass bereits nach wenigen Wochen des besuchskontaktes (einmal die Woche 2 - 2,5 Std) durch kurze telefonate bei bedarf ergänzt - der emotionale Druck bei Frau L. wahrnehmbar sinkt (Schimpfen und Anschuldigen wird seltener und weniger heftig) und umgekehrt Ihre E rnergie für konstruktives (zB Ausgänge in den Speisesaal oder in die Umgebung deutlich wieder zunimmt)

interessenszentrierte Aktivierung bei Hemiplegie, alkoholbedingter Demenz und Depression

Gepostet am 21. November 2015 um 17:05 Comments Kommentare (3122)

Herr E. war langjährig Alkoholiker und Kettenraucher. Ein schwerer Insult führte zur Aufnahme in ein Pflegeheim. er hatte diesen nur knapp überlebt. Heute ist er gewzwungernermaßen vollkommen trocken mit medikamenten psychisch recht gut eingestellt ausgeglichen und kann sich eingermaßen an seinen Interessen - Reisen per film video und fotograpühie, lesen, Musik, etc. erfreuen. er kann soagr elektronischen Zigaretten und alkoholfreiem Bier Freude abgewinnen - beides hätte er selbstredend früher verac htet... zusehends kann er positiver und konsruktiver sein in seinem Leben... er ist psychisch und kognitiv deutlich aufgeschlossener als vor seinem Insult, kann sich besser konzentrieren auf anderes als Zigaretten und Alkohol, obwohl laut ärztlicher einschätzung der Insult einigermaßen große Teile des Gehirns betroffen hat.

angry old lady - humorvoll und musikalisch

Gepostet am 21. November 2015 um 17:05 Comments Kommentare (2697)

 

Frau B. s Demenz ist fortgeschrittener Art. Ihr verbaler Ausdruck ist schon recht eingeschränkt. Ihre Liebe und Ihr Interesse galt recht stark der satirischen Literatur und der Musik besonders dem Lied-Gesang.

 

Auf meine Frage beim Gehen ob ich die Musik weitelaufen oder abdrehen solle beim Gehen antwortete sie mir heute: "ich singe die Musik mit meinem Herzen." manchmal singenwir gemeinsam die Lieder die sie gut kennt und gerne mag, ein andermal hören wir nur, oder ich lese aus Ihren satirischen Lieblingsbüchern kurze Texte vor; dann haben wir an guten Tagen gemeinsam zu lachen. Der schwarze Humor ist ein recht gutes ventil für Ihren Frust mit verlorgehender Selbstbetimmung und Selbstständigkeit bzw. Frust durch Hilfsbedürftigkeit und partieller Fremdbestimmtheit...

kurze Reflexion

Gepostet am 7. November 2015 um 20:25 Comments Kommentare (2764)

immer wichtiger wird es mir genau darauf zu achten, nach Wünschen und nach Zustimmung oder Ablehnung der Begleiteten zu fragen. Mir scheint im Alltag der Betreuungsbeziehungen wird dieses noch immer zu selten gewährt / geboten wie mir scheint. Dieses Element von Selbstwirksamkeit zu bieten als Begleiter kann schon ein erfolgserlebnis sein / den Selbstwert steigern bei Begleiteten.....

Konzertbesuch trotz Hemiplegie und Demenz

Gepostet am 25. Oktober 2015 um 18:00 Comments Kommentare (3429)

weigehend bettlägriger Klient konnte durch gebündelte Anstrengung der Ex-lebensgefährtin nd Herzenswünschebetreuung einen Konzertbesuch bei einem Konzert seines erklärten Lebelingssängers wahnehmen. Aufgabe von Herzenswünschbegeitung war die 8ehrenamtliche) unterstützung mit organisaorischem/ gerntologischen Knowhow sowie Unterstützung bei organisation und asisitierende begleitung bei der Aktion selbst. Alkoholfreies Bier, elektronsiche Zigarette, Fotoapparat, (der Klient war alkoholiker und ist zwangsweeise trockenseit seinem, Insut, starer raucher und passionierter Fotograpph.Vor Ort waren die Herzenswuensche-Aufgaben dann, rolli schieben, Anteil nehmen und aufmerksam sein, Bier ausschenken, Ohropax reichen und anbringen helfen, etc...etc.

Erfreulicherweise gelang der Konzertbesuch zur vollsten Zufriedenheit aller, insbesondere des Klientenselbst der viel länger durchhielt als wir gedacht hatten.

Letzte Erlebnisse mit Otto Hans S., Alexander Popper, 22.10.2015

Gepostet am 25. Oktober 2015 um 16:05 Comments Kommentare (3221)

 

(vor)Letzter Besuch, Mittwoch, 21.10. 15:30-16:45

Als ich komme finde ich Herrn S. wie schon bei meinem letzten Besuch am Freitag samt Bett am ganz neben dem Dienstzimmer der Pflegepersonen. Wie ich erfahre, damit die Pflegenden und ÄrztInnen Otto möglichst viel Im Blick haben. Ich war freundlicherweise von einer Ärztin vorher telefonisch informiert worden, dass es Otto weit schlechter geht als noch am Freitag infolge einer schweren Lungenentzündung, man mache sich Sorgen, dass er daran versterben könnte. (als Laie denke ich mir vielleicht schade für Otto, dass er mit lebensbedrohlicher Krankheit kein Bett auf einer Intensivstation bekam.

Zum Besuchsverlauf: Ausgerüstet komme ich mit einer Zeitung Österreich und zwei Autobüchern. Jedoch scheint mit das Vorlesen in diesem Fall nicht anfänglich eine passende Kommunikation da Otto unruhig und verängstigt wirkt.

Otto ergreift meine Hände und hält Sie, streichelt Sie, ich tue es ihm gleich.

Ich erfahre, dass er vorher schwere Atemnot hat, ich nehme an, dass er Angst hat, leider kann er zT nicht mal Kopfnicken Ich frage ob er Angst hat. Seine nonverbale Kommunikation ist nicht eindeutig. Ich versuche Otto Mut zuzusprechen, zu erinnern an gemeinsame schöne erlebnisse und Lebensmut zu wecken durch Vorfreude.

Ich entschließe mich zu versuchen Otto eine Freude machen zu versuchen und gehe Natur suchen. Ich habe Glück und finde unmittelbar vor der Eingangstür, die nur ein paar Schritte entfernt liegt von Ottos Bett Blumenkästen und abgefallene Blätter. Ich finde blühende Nelken, verschiedene Blätter. Otto riecht ausgiebig daran und befühlt ausgiebig.

Mir fällt später noch ein, dass Musik für Otto bisweilen auch wichtig ist. Ich singe für Ihn horch was kommt von draußen rein, weil es ein Lied ist, dass mir passend scheint weil es lustig und traurig zugleich ist. Später singe ich noch anderes 2es wird einmal ein Wunder geschehen…

Trinken will Otto nur wenig. Aber zweimal etwas, Essen tut er gerne bis zum Schluss wie man mir erzählt.

Ich beende den Besuch mit Händehalten, Vorlesen, Unterhalten, leider wird Ottos Angst nicht wirklich weniger – wie ich an seinen Händedrücken merke. Ich mache in eine große Stoffservierte zwei große Knoten dass er etwas zu greifen und zum hineinkrallen hat,- er nimmt das gerne an. die Blumen wässere ich in einem Minigläschen ein.

Ich verabschiede mich mit dem Versprechen morgen wiederzukommen.

 

(aller) letzter Besuch; Donnerstag, 10:45h bis 11:15

Am Weg ins Spital zu Otto erhalte ich den Anruf, dass Otto S. leider vormittags verstorben ist. Ich sage ich sei am Weg. Man bietet mir an mich zu verabschieden.

 

Ich finde Otto Aufgebahrt eingewickelt in ein Leintuch mit den zwei Blümchen von gestern auf der Brust. Zuerst nehme ich gemeinsam mit einer Ärztin und einer Pflegeperson Abschied. Ich erfahre dass Otto noch gefrühstückt hat, danach Besuch vom Seelsorger hatte, sich danach angeblich von einer Pflegeperson verbal verabschiedet hat und eigentlich ohne sichtliche Schmerzen oder große Angst oder Unruhe das Atmen eingestellt hat. danach darf ich noch alleine etwas Zeit mit Otto alleine verbringen.

Ich verlasse das Spital erschüttert und traurig.

 

Resumée:

Ein Lieblingsklient ist verstorben. Leo war ein wirklich dankbarer Klient, indem er den Lebensfreuden gegenüber sehr aufgeschlossen war wenn es seine Gesundheit erlaubte, er mochte Natur, Kinder Tiere, Musik, malte gern und engagiert, er war stolz, dass er trotz Beeinträchtigungen Lesen und Schreiben gelernt hatte und nutzte beide Fähigkeiten gerne. Vor allem das Lesen. Er mochte auch das Leben, den Straßenverkehr, „schnelle Autos und schöne Frauen“, öffentliche Verkehrsmittel und das Leben in er Öffentlichkeit….

 

Schade dass eine schöne Idee Otto einen Urlaub zu ermöglichen jetzt nicht mehr Wirklichkeit werden kann.

 

Es war schön häufig auf der Station zu erleben wieviel Zuwendung und ehrliche Zuneigung, Otto von den MitarbeiterInnen erfährt. Zu wieviel Extrawürsten man bereit ist Mehraufwand in kauf nehmend um Otto Freuden zu ermöglichen. Bzw. seine Bedürfnisse zu erfüllen bzw. wieviel Feinfühligkeit und Kompetenz man entwickelt hat um mehr und mehr Ottos "Epianfälle" vermeiden zu können, Ottos medikamentöse Einstellung war vor allem in den letzten Lebensmonaten meist optimal – weder war er zu entspannt gleichzeitig so entspannt dass Epianfälle nur mehr selten vorkamen –meist konnte diese durch frühzeitiges zur Ruhe bringen im Bett vermieden werden….

 

Otto Hans S. hatte auch insofern Glück: Er hatte einen Sachwalter der persönlich Anteil nahm und der sich tatkräftig und konsequent und engagiert für ihn einsetzte.

 

painting macht glücklich

Gepostet am 30. August 2015 um 13:20 Comments Kommentare (3166)

nach Vorlagen gestaltet der Auto- und naturfann besonders engagiert und ausdauernd. Fast rauschhaft intensiv... sehr sehr komnzntriert...insgesamt ist sehr erfreulich zu sehen wie sich Herrn Ottos S. Verfassung 7 Lebensqualiät in den letzten Monaten verbessert hat. Viel seltener hängt er einfach herum- viel seltener hat er Epi-Anfälle. viel häufiger beschäftigt er sich konstruktiv mit erfreulichem Musik, bildende Kunst, Bewegung, Natur.... noch stärker entscheidet er ob er gesellschaft oder für-sich sein bevorzugt in diesem Moment, ob er Inptu oder Ausdruck oder Muße eben am besten braucht- hier Fotos mit seinen Lieblingshunden im park ind er Hundezone (er war Hundebsitzer) und vom malen samt aktuellen ergebnissen seines malens...



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